Mittwoch, 3. Februar 2021

ECDC - "FFP2 Masken haben geringen Mehrwert"

ECDC steht für die EU Agentur European Center for Disease Prevention and Control. Medienberichten zur Folge hat die ECDC eine Stellungnahme zu FFP2 Masken abgegeben, die folgende Schwerpunkte enthält:

* FFP2 Masken haben einen sehr geringen Mehrwert für die Gesellschaft.

* Die potenziellen Kosten und Schäden (von FFP2 Masken) rechtfertigen keine Empfehlung für ihre Verwendung in der Öffentlichkeit anstelle von anderen Arten von Masken.

* Das Auftreten neuer SARS-CoV-2-Varianten erfordert keine anderen Arten von Masken als jene, die bereits in Verwendung sind.

Die ECDC ist eine Agentur der EU, der gleichen EU, die in sogenannten Komitees für die Standardisierung von Normen die Regeln für gewisse Produkte festlegt. In der Europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 (filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikel) werden beispielsweise die Regeln für FFP2 Masken festgelegt. U. a. wird eine Filtrierung von Aerosolen von mindestens 94% verlangt. 

In wieweit andere Arten von Masken Schutz für Dritte bieten, ist nirgendwo empirisch nachgewiesen. Um das zu tun, müßte man vorher einmal definieren, was mit anderen Arten von Masken gemeint ist. Es scheint jedoch gesichertes Wissen zu sein, dass andere Arten von Masken gar keinen oder nur sehr geringen Selbstschutz bieten. Mit einer Filtrierung von Aerosolen von mindestens 94% bieten jedoch FFP2 Masken ein sehr hohes Ausmaß von Selbstschutz.

Die Stellungnahme der ECDC verbreitet Verunsicherung zur Unzeit. So wie die Stellungnahme in den Medien zitiert wird, ist sie nicht schlüssig. Zum Beispiel:

* Wenn man einen nur sehr geringen Mehrwert für die Gesellschaft zitiert, dann sollte man erklären, was dieser Mehrwert ist, wie er gemessen wird und weshalb er als gering eingestuft wird (gering im Vergleich wozu?). 

* Wenn man potenzielle Kosten und Schäden von FFP2 Masken zitiert, dann sollte man erklären, was diese potentiellen Kosten und Schäden sind und wie hoch sie sind.

* Wenn diese potenziellen Kosten und Schäden keine Empfehlung für die Verwendung von FFP2 Masken in der Öffentlichkeit anstelle von anderen Arten von Masken rechtfertigen, dann sollte man erklären, was man unter anderen Arten von Masken versteht.

* Wenn die neuen SARS-Cov-2 Varianten keine anderen Arten von Masken als jene, die bereits in Verwendung sind, erfordern, dann sollte man erklären, was diese anderen Arten von Masken sind.

Eine EU Agentur, die zur Unzeit mit pauschalen Verurteilungen Verunsicherung in der Bevölkerung verursacht, sollte gezwungen werden, Rechenschaft über ihre Vorgangsweise abzugeben.

Dienstag, 5. Januar 2021

Gratis FFP2 Masken Sind Da!

Heute kamen mit der Post 5 Stück gratis FFP2 Masken als Geschenk der Republik Österreich. Danke!

Es handelt sich um eine Maske mit der Bezeichnung "Samding B13086", hergestellt von der Firma Samding Craftwork CO., LTD. in Dongguan City, China. Sie weist folgende Konformität aus: "DIN EN 149:2001+A1:2009:2019". Das Prüfzertifikat lautet "CE 2163" und steht für die Firma Universal Uygunluk Degerlendirme Hizmetleri ve Tic. A.Ş. in Istanbul. Somit entspricht die Maske sämtlichen EU Vorschriften für FFP2 Masken. Vertrieben wird die Maske in Österreich von der KSR Group GmbH in Gedersdorf bei Krems.

Welche Alternativen hätte die Republik Österreich für den Einkauf solcher Masken?

Die Hygiene Austria, eine Lenzing/Palmers Joint Venture, stellt auch FFP2 Masken her, die den EU Vorschriften zur Gänze entsprechen. Hergestellt werden diese Masken in Österreich. Zertifiziert werden sie von der GÉPTESZT Termelőeszközöket Felülvizsgáló és Karbantartó Kft. in Budapest (CE 2233). Vertrieben werden die Masken direkt von der Hygiene Austria.

Die deutsche Firma IMSTec GmbH stellt unter der Marke Bluebec FFP2 Masken her, die den EU Vorschriften zur Gänze entsprechen. Hergestellt werden diese Masken in Deutschland. Zertifiziert werden sie von der deutschen DEKRA (CE 0158). Vertrieben werden die Masken von der Firma Atemschutzmasken-Vertrieb. 

Die deutsche Firma Vock Medical stellt unter der Marke Fackelmann FFP2 Masken her, die den EU Vorschriften zur Gänze entsprechen. Hergestellt werden diese Masken in Deutschland, Zertifiziert werden sie von der deutschen DEKRA (CE 0158). Vertrieben werden die Masken von der Firma Fackelmann GmbH & Co. KG.

Die Frage stellt sich schon, weshalb die Republik Österreich Masken in China kauft und die in der Türkei zertifiziert werden, wenn es Alternativen gibt, die für den österreichischen Konsumenten wahrscheinlich vertrauenserweckender sind. Kurios ist, dass sich der österreichische Hersteller Hygiene Austria seine Masken in Ungarn zertifizieren läßt und nicht vom renommierten ÖTI - Institut für Ökologie Technik und Innovation GmbH in Wien.

Wer mit keinem fremdsprachigen Partner zu tun haben möchte, sollte für FFP2 Masken deutscher Herstellung und mit deutscher Zertifizierung setzen.

Es sieht so aus, als hätte die Republik Österreich vor allem auf billig gesetzt.

Terminwunsch Bei Dr. Clemens Martin Auer, Sonderbeauftragter Für Gesundheit

Gestern schickte ich folgendes Schreiben an Dr. Clemens Martin Auer, Sonderbauftragter für Gesundheit im österreichischen Bundesministerium für Gesundheit:


"Sehr geehrter Herr Dr. Auer,

Ihrem Interview im heutigen Ö1-Mittagsjournal habe ich entnommen, dass Österreich bereits rund 60.000 Dosen Biontech/Pfizer lagernd hat und dass diese Woche noch weitere 60.000 Dosen dazukommen. Dieser sehr große Vorrat an Impfstoff wird diese Woche nicht verimpft bzw. nicht gebraucht.

Vor diesem Hintergrund beantrage ich hiermit, dass Sie mir einen Termin nennen, wo und wann ich mich diese Woche impfen lassen kann. Mein Alter ist 72 und ich habe eine Vorerkrankung (Nierenkarzinom). Ich kann innert 5 Stunden zu jedem von Ihnen vorgeschlagenen Impfstandort in Österreich kommen.

Ich betrachte mich als sehr gefährdet, was eine mögliche Corona-Ansteckung betrifft. Vor diesem Hintergrund könnte ich nicht nachvollziehen, dass mir die Behörde einen Schutz, den Sie mir geben könnte, vorenthält, obwohl er diese Woche von niemandem gebraucht wird. 

In Erwartung Ihrer Rückantwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen."


Mit einer Rückantwort rechne ich realistischerweise nicht.

Montag, 4. Januar 2021

Sag' Mir, Wo Die FFP2 Masken Für Senioren Geblieben Sind!

Am 11. Dezember 2020 wurde im Nationalrat beschlossen, alle Österreicher über 65 mit jeweils 10 Stück FFP2 Gratismasken zu versorgen. In Summe soll es sich um rund 1,7 Millionen Menschen handeln. Der Versand sollte noch vor Weihnachten stattfinden. Per heute ist nicht bekannt, ob schon irgendjemand eine dieser FFP2 Masken erhalten hat. Angeblich soll nun der Versand bis 15. Jänner erfolgen.

Sagt mal, liebe Regierungsverantwortlichen - geht's noch?

Die namhaften österreichischen Firmen Lenzing und Palmers hatten rasch auf die 1. Welle im Frühjahr reagiert und eine Maskenproduktion aufgebaut. Schon seit Monaten werden beim diesbezüglichen Lenzing/Palmers Joint Venture, Hygiene Austria LP GmbH (HA), zertifizierte FFP2 Masken in großen Stückzahlen hergestellt. 

Vor einigen Monaten klagte HA, dass der österreichische Staat Masken aus China kauft statt von HA, weil die chinesischen Masken billiger sind. HA war gezwungen, sich Abnehmer außerhalb von Österreich zu suchen.

Nun würde der Laie vermuten, dass der österreichische Staat aufgrund der Dringlichkeit alle diese 1,7 Millionen FFP2 Masken bei HA bestellen würde. Nicht nur um die Kaufkraft in Österreich zu halten, sondern auch um dieser FFP2 Maske das Gütesiegel der Republik zu aufzusetzen. Selbst wenn HA dieses Volumen alleine nicht bewältigen könnte, gäbe es genügend Hersteller in Deutschland, die FFP2 Masken in Stückzahlen von 100.000 kurzfristig liefern können. Man müßte sich nur etwas umhören, statt darauf zu warten, dass China neue Masken schickt.

Es staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, was hier wohl geschehen ist. Und alle wundern sich, dass es seitens der Regierung keine plausible Erklärung dafür gibt!

Samstag, 2. Januar 2021

Österreich - Ein Impfparadies!

Im Jahr 2019 ließen sich - laut Informationen des Gesundheitsministeriums - nur 8% der Österreicher gegen die Influenza impfen. Für 2020 wurde seit Jahresanfang das Ziel verkündet, diesen Prozentsatz auf mindestens 20% zu erhöhen. Der Laie würde davon ausgehen, dass man entsprechend mehr Impfstoff kaufen würde.

Die Impfstoffverfügbarkeit war von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Wien gab es angeblich ausreichend Impfstoff. In Oberösterreich hingegen gab es für Privatpersonen zunächst einmal fast gar keinen Impfstoff. Im Oktober konnte man sich bei Hausärzten und Apotheken auf Wartelisten setzen lassen, Impfstoff gab es jedoch keinen. Im November gab es sporadisch Impftermine bei einzelnen Bezirkshauptmannschaften, aber in den meisten Fällen war der verfügbare Impfstoff schon nach 1 Stunde verbraucht. Noch Ende November war die Auskunft einer Bezirkshauptmannschaft: "Wir haben keinen Impfstoff und wir haben auch keinerlei Information, wann - und ob überhaupt - noch Impfstoff kommen wird."

Am 7. Dezember erhielt ich folgende Auskunft vom Sozialministerium: "Wir gehen davon aus, dass es vor dem Hintergrund der nun detailliert bekannten Situation in den kommenden Wochen noch zu einer Umschichtung von Impfstoffdosen und damit auch zu einer Entspannung der Situation am Privatmarkt kommt. Sollten Sie bei der gewünschten Anlaufstelle keinen Impfstoff erhalten, wird empfohlen, das Vorhandensein alternativer Impfangebote, wie beispielsweise am Arbeitsplatz oder über öffentliche Impfstellen zu prüfen." Das war sehr hilfreich. Ab Mitte Dezember schien sich dann die Situation zu entspannen.

Mitte Dezember verkündete Bundeskanzler Kurz, dass man noch im Dezember rund 10.000 Corona-Impfdosen von Biontech/Pfizer bekommen würde. In weiterer Folge: 240.825 Dosen im Jänner, 331.500 Dosen im Februar und 375.375 Dosen im März. In Summe würden also - laut Bundeskanzler Kurz - bis Ende März rund 957.700 Dosen zur Verfügung stehen.

Aktueller Stand der Dinge ist mittlerweile, dass es bis Ende März nur rund 150.000 Dosen sein werden. Mehr als ein nur geringfügiger Unterschied! Man kann nur hoffen, dass hier ein Mißverständnis vorliegt.

Wenn man Gesundheitsminister Anschober bei Pressekonferenzen zuhört, würde man nie auf den geringsten Gedanken kommen, dass nicht alles mehr oder weniger perfekt abläuft. Sollte sich die Situation bei den Coronaimpfstoffen in der Tat so negativ entwickeln wie oben dargestellt, dann wäre es wohltuend, wenn Gesundheitsminister Anschober einmal vor die Kameras treten würde mit der Ansage: "Es tut uns fürchterlich leid, aber wir haben hier Mist gebaut."

Samstag, 19. Dezember 2020

FFP2 Masken - Unabdingbarer Selbstschutz!

Selten kommt es vor, dass es bei einer gesundheitlichen Vorsorge so viele Mißverständnisse gibt wie bei dem Thema "Masken". Seit Monaten wird von "Masken" und "Maskenpflicht" geredet ohne zu erkären, welche Masken welchen Schutz bieten. In letzter Zeit sind Selbstschutzmasken (FFP2, KN95) in der Vordergrund der Diskussion geraten.

Masken SIND NICHT gleich Masken. Der Großteil der Masken, die man derzeit im Umlauf sieht, ENTSPRICHT NICHT den EU Bestimmungen für ausreichenden Selbstschutz. Und man darf getrost davon ausgehen, dass ein erheblicher Teil davon keinen ausreichenden Selbstschutz bietet.

EU Bestimmungen schreiben vor, dass Selbstschutzmasken (in Europa FFP2, ansonsten K95) eine Mindestfiltrierung von 94% zertifiziert haben müssen. Gewährleistet wird dies dadurch, dass AUF JEDER MASKE AUFGEDRUCKT SEIN MUSS: (a) Hersteller, (b) Bezeichnung der Maske, (c) EU Konformitätsnachweis und (d) CE Zertifizierungsnummer. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Maske ohne diesen Aufdruck NICHT den EU Bestimmungen für Selbstschutz entspricht.

Selbst Apotheken sind oft nicht mit obigen EU Bestimmungen vertraut. Ich habe in Apotheken sogenannte FFP2 Masken gekauft, die sich bei nachträglicher Internet-Recherche als Fälschungen herausgestellt hatten. Natürlich kann man chinesischen Qualitätsmasken vertrauen. Immerhin haben die Chinesen mehr Erfahrungen mit Viren als wir. Aber unter dem Titel "chinesische Masken" wird enorm viel Schindluder getrieben. Außerdem lassen selbst die chinesischen Qualitätshersteller ihre Masken oft in Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder der Türkei zertifizieren, was nicht unbedingt vertrauensbildend ist. Übrigens, auch die Hygiene Austria (Lenzing/Palmers) läßt ihre Masken in Ungarn und nicht in Österreich zertifizieren. Die CE Prüfstelle kann man in der NANDO-Datenbank abfragen.

Mit meinen schlechten 'Maskenerfahrungen' habe ich meine Käufe reduziert auf (a) in Deutschland hergestellte und (b) in Deutschland zertifizierte (von der DEKRA) FFP2 Masken. Ich habe bisher nur 2 Masken gefunden, die diesen beiden Anforderungen entsprechen: Bluebec und Fackelmann/Vock. Beide sind von der DEKRA zertifiziert (CE 0158). Preise sind zwischen 3-5 Euro pro Stück. Nicht wiederverwendbar. Bei der Bluebec Maske wird die Filtrierung mit 98% angegeben, bei der Fackelmann/Vock Maske mit 99%. Der beste Corona Impfstoff gibt einen Schutz von 95% an.

Daneben gibt es noch die blauen "medizinischen Gesichtsschutzmasken". Sie gewährleisten eine sehr guten Fremdschutz, aber keinen Eigenschutz. Nur wenn ALLE solche Masken tragen würden, hätten alle auch einen guten Selbstschutz.

Alles, was nicht FFP2 oder medizinische Gesichtsschutzmasken ist, sollte man eigentlich vergessen. Sie bieten mit Sicherheit keinen Selbstschutz, aber auch der Fremdschutz ist nicht getestet.

Freitag, 17. April 2020

Corona - Ausgerechnet die Griechen machen das vorbildlich!

Griechenland scheint durch Corona eine Neugeburt zu erfahren. Plötzlich gilt vieles von dem, was Griechenland früher ‚ausgezeichnet‘ hat im negativen Sinn (inkompetente Politiker, permanenter Streit, inkompetente Verwaltung, etc.) nicht mehr. Die politische Führung unter Premier Minister Kyriakos Mitsotakis ist plötzlich vorbildlich. Das Corona-Problem wurde sehr frühzeitig als ernstes Problem erkannt und man hat nicht lange herumlaviert. Konsequente, rationale Maßnahmen (d. h. Maßnahmen basierend auf Fakten) wurden eingeführt und konsequent umgesetzt (früher und konsequenter als in Österreich). Man stelle sich vor: kein Ausgang ohne eine vorherige SMS an eine behördliche Stelle! Die Einhaltung der Maßnahmen wird von der Exekutive streng geprüft: in den ersten 3 Wochen der Maßnahmen summierten sich Strafen wegen Nichteinhaltung auf 4,2 Millionen Euro.

Die Improvisationsfähigkeit und Kreativität der Griechen haben jetzt ein Heimspiel. Griechenland wird beispielsweise derzeit radikal digitalisiert. Zustellservice via Internet für alle möglichen Produkte, nicht nur Lebensmittel, gab es in größeren Städten schon seit längerem. Dieses System wird derzeit rasant ausgebaut, ist bereits eine Selbstverständlichkeit und funktioniert ausgezeichnet (Zustellung gleichtägig, wohlgemerkt!).

Verrückte Ideen wurden sofort gestoppt. Sogar gegenüber der Kirche hat die Regierung Rückgrat gezeigt und sich auch durchgesetzt. In der Vergangenheit hat es eine Regierung nie gewagt, gegen die Kirche Position zu beziehen. Jetzt hatte die Kirche zunächst darauf bestanden, weiterhin Gottesdienste abzuhalten, noch dazu mit der Kommunion. Es hat nicht lange gedauert, bis die Kirche einen Rückzieher machte. Respekt! Das hätte ich mir vorher nicht vorstellen können.

Das Gesundheitssystem ist meines Wissen voll funktionsfähig. Man hört nichts über große Dramen. Allerdings sind die griechischen Corona-Ziffern wirklich sehr niedrig. eine direkte Konsequenz der konsequenten Politik. Aktueller Stand: 1.755 Infizierungen mit 79 Todesfällen (zum Vergleich das kleinere Österreich: 12.519 Infizierungen mit 243 Todesfällen).

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft werden brutal sein, weil Griechenland so stark vom Dienstleistungssektor, vor allem vom Fremdenverkehr, abhängig ist. Aber im Gegensatz zu früher wird sich Griechenland diesmal in guter Gesellschaft befinden. Die derzeitigen Corona-Maßnahmen bewegen sich – wie in Österreich – bei ca. 10% der wirtschaftlichen Jahresleistung.

Es gibt ein Risiko, an das man gar nicht denken möchte, denn sollte es schlagend werden, dann wird die Hölle los sein, nicht nur in Griechenland, sondern auch in der EU. Bisher hat sich Corona in den Flüchtlingslagern noch nicht wirklich breit gemacht. Beim Zustand dieser Lager ist das ein reines Wunder. Sollte es da in einem Lager von 20.000+ Flüchtlingen zu einem größeren Ausbruch kommen, dann habe ich nicht die geringste Ahnung, wie man der Sache Herr werden könnte. Da schlummert möglicherweise eine Zeitbombe.

Anfang März setzte die Regierung das Asylrecht wegen Gefahr in Verzug außer Kraft. Man versprach, dass dies nur eine vorübergehende Maßnahme für 1 Monat sein würde. Prompt wurde Griechenland von vielen Medien und Politikern verurteilt. Fast so schlimm wie Ungarn, meinte man. Dieser Monat lief Anfang April aus – und ohne viel Gedöns hat man auch den obigen Eingriff auslaufen lassen.

Noch einmal: Griechenland agiert derzeit nicht nur wie ein ’normales Land’ (im Gegensatz zu früher), sondern auch vorbildlich in allen Bereichen. Und mit Erfolg, wie man an den Ziffern sieht. Wenn man mit den Griechen, vor allem in der Politik, einigermaßen vertraut ist, kann man nur staunen, dass jetzt nicht gestritten wird. Im Gegenteil, es wird konstruktiv zusammengearbeitet. Selbst Alexis Tsipras klingt versöhnlich!

Vor ein paar Tagen wurde Premier Minister Mitsotakis auf CNN 15 Minuten lang von Christiane Amanpour interviewt. Von Mitsotakis’ Performance könnte sich selbst unser Super-Bundeskanzler noch etwas abschauen.

Originalveröffentlichung hier.